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Regionalfernsehen RBW 03.05Wolfen: Viele Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung waren der Einladung von Wolfens Oberbürgermeisterin Petra Wust gefolgt und kamen am Montag Abend zur Präsentation des Dokumentarfilmessays „Nicht – mehr/Noch – nicht“. Holger Lauinger, Filmemacher und freier Journalist aus Berlin, recherchiert seit vier Jahren zum Thema Stadtumbau. In dem Film verarbeitet Lauinger ökonomische und demographische Prognosen, die den radikalen Wandel im zukünftigen Bild vieler Städte voraussagen. Wachstumsphasen schlagen in Schrumpfungsprozesse um. Brachen werden zum allgemeinen Bild vieler Städte. Die Frage ist, wie sich die Stadtentwicklung in unserer Epoche der Unbestimmtheit verhält, denn sie ist überhaupt nicht darauf vorbereitet. Interviews mit Städteplanern und Architekturtheoretikern verdeutlichen die Unbestimmtheit des Problems, zu dessen Lösung bisher weder genügend planerische Konzepte, noch Erfahrungen vorliegen. Durch die sorgfältige Recherche der aktuellen Situation enthält der Film brisanten Zündstoff, der, nach Meinung von Lauinger, weder von Politik und Wirtschaft noch von der Verwaltung ausreichend zur Kenntnis genommen wird. Die Brache in Form eines Spielraumes zu nutzen, scheint der einzige wirklich offene Möglichkeitsraum zu sein. In dem Film wurden interessante Beispiele für die Nutzung von Brachen gezeigt. Sie dienen als Ausgangspunkt kultureller Erneuerung unserer Städte. Experimenteller Urbanismus und Menschen, die Freiräume unkonventionell füllen – die, wie es der Architekturkritiker Wolfgang Kil im Film beschreibt – "den Luxus der Leere nutzen". Leben nach dem Gebrauchswert der Brache – der Zuschauer geht mit einem Fragezeichen in den Film hinein, um am Ende mit einem Fragezeichen herauszukommen. Aber genau dies war der Grund für eine angeregte Diskussion im Anschluss des Films. |