"Die Frage ist, wie sich Stadtentwicklung in unserer Epoche der Unbestimmtheit verhält? Sie ist überhaupt nicht darauf vorbereitet!"
"Ein Mittel, die Unbestimmtheit produktiv zu machen für die Stadt- entwicklung besteht darin, dass man in der Stadt ganz bewusst Spielräume offen lässt!"
"Ja, also ich glaube, wenn es nicht von unten kommt und über Besetzungen realisiert wird, dann passiert nichts! Und das auch zu Recht!"
"Ja, wahrscheinlich ist die Brache in der Form als Spielraum der einzige wirklich offene Möglichkeitsraum, und der einzige Ort, an dem neue Urbanität ausprobiert werden kann."
"Im Moment ist so eine depressive Tiefphase - aber die kann echt nicht bleiben!"
"Wir haben gar keine Bilder, was das heißt, wenn plötzlich nur noch die Hälfte der Leute da ist."
"Wir diskutieren bis jetzt, wenn wir über diese leeren Häuser reden, über eine Oberfläche!"
"Wir haben ein Umverteilungsproblem nicht nur von Geld und Macht, sondern auch von Zeit."
"Unter jungen Architekten gibt es die Forderung, die Eigentumsfrage in den Städten zu stellen. Und ich finde, darauf kommen Planer und Praktiker, die unkonventioneller sind, die nicht so tief in den alten Regeln stecken, sehr schnell."
"Hier entstehen Räume für Leute, die nicht nur den Umgang mit alten Häusern neu lernen, sondern auch den Umgang mit dem Leben neu."
"Die Urbanität, die ich mit vorstelle und warum ich gerne in solche Gegenden gehe: Ich hoffe immer, dass ich dort Leute treffe bei unkonventionellen Handlungen. Als ich in Hellersdorf zum Fotografieren war und plötzlich kleine Mädchen mit Shetland-Ponys quer durch die WBS-70-Platten ritten, das war ein so verrücktes Bild...also wenn eine Stadt für solche Überraschungen gut ist, dann ist sie für mich urban!"
"Eine gute Stadt ist für mich eine Stadt, die so eine Oberfläche bietet, dass die Bewohner der Stadt das Gefühl haben, sie dürfen ihre Stadt benutzen, sie dürfen sie auch verändern."
"Wir haben in dem Konzept des Hotel Neustadt etwas gemacht, das ein einzelner Zuschauer überhaupt nicht alles wahrnehmen kann. Man trifft sich am Ende und hat sich unterschiedliche Sachen zu erzählen."
"Wir haben diesen Ort mit Energie aufgeladen: mit Menschen, mit Erlebnissen und Begeisterung, dass er eben wirkt wie ein Außenbordmotor an der Stadt. Nun, da das Festival vorbei ist, nehmen wir diesen Außenborder wieder ab, und dann muss die Stadt alleine weiterkommen oder vielleicht müssen die Bewohner anfangen zu rudern."
"Ferropolis sollte ein neuer Ort des Lebens und auch der Tätigkeit werden. Deswegen: Polis! Ferro ist klar!? Eine Eisenkonstruktion, die ja eigentlich Schrott ist. Wir haben hier 7000 Tonnen Schrott versammelt."
"Ferropolis hat auch einen ironischen Unterton. Natürlich kann nicht aus einer Brache, indem man sie zur Stadt erklärt, eine Stadt werden. Sie muss durch die Menschen angenommen werden."
"Nicht aus jeder Brache kann a priori wieder eine Stadt werden. Ferropolis ist ein Sonderfall und wird vielleicht eine Anregung für andere Brachen sein können."
"Wir stehen hier in der Mitte einer der letzten verbleibenden Boom-Regionen und reden über nicht vermarktbare Flächen."
"Die Akzeptanz des Freiraums ist natürlich erst mal eine Beobachtung. Und in dieser Stadt hinzuschauen und zu sagen: Sie ist leer und das ist okay!, das war ein großer Schritt, auch im allgemeinen Verständnis."
"Deswegen haben wir gesagt: Freiraum! Der nächste Schritt ist: besetzen!"
"Es bringt nichts, immer nur auf den Investor von außen zu hoffen, der hier einschwebt und Geld und Wohlstand mitbringt. Wir setzen auf Innenentwicklung, also wirklich auf diejenigen, die schon da sind."
"Man geht zur Stadt und denkt, man würde offene Türen einrennen, wenn es die Chance gibt, den Stillstand zu aktivieren und eine Dynamik zu erzeugen, aber der Anknüpfungspunkt ist einfach nicht da!"
"Die Bürger sehen die Chance, die in dieser Leere drinsteckt, konzipieren selber was, und vertreten das auch noch relativ aggressiv und gut im politischen Raum."
"Wie entsteht Stadt? Wer ist am Entstehen von Stadt beteiligt?"
"Inwieweit können ephimere Nutzungen, die von selbst entstehen, einen positiven Einfluss auf die Stadtentwicklung haben?"
"Normalerweise werden Brachen als Makel angesehen, als ein störendes Element in der Stadt. Natürlich können sie auch ein ästhetisches Problem sein. Aber gerade an dem Berliner Beispiel wurde deutlich, dass sie auch ein Potential darstellen."
"Man kann sich schon die Frage stellen, wie kann man in einer Zeit der allgemeinen Kürzungen von sozialen und kulturellen Angelegenheiten, in einer Gesellschaft, die sich in einer ökonomischen Krise befindet, wie kann man da ein Schloss bauen?"
"Wir wollten einfach mal in grösster Öffentlichkeit zeigen, dass eine andere Art von Stadtentwicklung vielleicht erfolgreicher sein kann als die gewohnte."
"Wir sehen Zwischennutzer nicht als Lückenbüßer, sondern als Katalysator für langfristige Entwicklungen."
"Die Kraft für Urbanität ist der Konflikt."
"It´s for us the first time we do it legaly. We used to be squating the areal."
"The city is realising that they need us, instead of kicking us out!"
"You need a place where people start to think, experiment, provocate!"
"Wir haben hier eine andere Auffassung von Stadt vorgeschlagen."
"Wir haben dieses Gebiet erstmal geöffnet als ein Gebiet, für das man sich Vorstellungen macht."
"Und in St. Pauli, wo es wenig Geld gibt, und man einen Alltag hat, wo man sich grad so durchrobbt, ist man das überhaupt nicht mehr gewöhnt, sich was zu wünschen. Und das war das Tolle an der kollektiven Wunschproduktion, dass sich etwas geöffnet hat: Hey, aha, das ist unser Ort!"
"Wir wollten nicht nur als Verhinderer dastehen, sondern mit Wünschen an den Start kommen, die eine gewisse Verführungs- kraft haben."
"Hier rundherum ist Prostitution und da können schon einmal Frauen mit Waffen dastehen. Ja, überlebensgroß und als Piratinnen aufs Wasser schauen!"
"Das Archiv für Unabhängigen Experimentellen Urbanismus, das ist uns deshalb wichtig, weil man dem Design eines Parks nicht unbedingt ansieht, welche Kämpfe dem voraus gegangen sind."
"Die Arbeit wird immer darin bestehen, wie öffnet man Räume, wie hilft man dazu, dass eine Stadt sich wieder mehr öffnet und offen bleibt an den Stellen, wo sie es ist."